Koi Guppy

Viel gehört, viel gelesen, einige Bilder angeschaut, nie wahrhaftig schwimmen gesehen.

So könnte man meine Begegnung mit dem sogenannten Koiguppy beschreiben. Ein Phantom?

Nein- schaut man in einschlägigen Foren nach, findet man schnell etwas um den sagenumwogten Fisch. Vor etwa zwei Jahren tauchten im Netz erste Bilder auf. Die Fische mit einer rot weißen Zeichnung und dem Namen Koiguppy in Anlehnung an einen Kohakukoi sahen toll aus. Im Frühjahr diesen Jahres entbrannte dann eine Diskussion, die Fluch oder Segen, um den Guppy auflodern ließ. Leider, wie so oft, ohne den Fisch wohl richtig gesehen oder im Aquarium gepflegt zu haben. Aus langjähriger Erfahrung als Jäger und Sammler seltener Fische, habe ich es mir inzwischen abgewöhnt hinter jedem Fisch, selbst wenn es ein neuer Farbschlag oder Züchtung eines Guppys ist, hinterher zu hecheln. Irgendwann kommt der Fisch schon zu einem.

Dies geschah diesmal viel schneller als ich es mir träumen ließ! Tobias kam im März freudestrahlend aus Frankfurt zurück, wo er Fische abgeholt hatte. Papa , Papa komm schnell mal zum auspacken.
Herbert (Herbert Nigl – Aquarium Dietzenbach-ein guter Freund und Wegbegleiter meiner aquaristischen Laufbahn) hat dir etwas Besonderes eingepackt! Langsam zog er einen kleinen
Beutel aus der großen Kiste-ein Paar Koiguppy sahen mich an. An dieser Stelle nochmals DANKE Herbert, es hat mir eine riesige Freude bereitet.
Da schwammen sie nun also. Blonde Koiguppy! Das Rot leuchtete richtig. Das Blond bei dem Weibchen war sehr intensiv. Das Männchen, eher einem schlechten Triangel gleichend, war rot bis lila leuchtend gefärbt,
allerdings nicht so klar abgegrenzt wie das Weibchen. Sie wurden in ein 40 li Becken zur Beobachtung eingesetzt. Nach ca. einer Woche trennte ich das Männchen vom Weibchen und gab zwei Triangel vollrote Weibchen aus der HAPE-Linie, sowie zwei Rundflosserweibchen aus der Kemkes- Linie dazu. Alles war bis dahin super. Das Weibchen, stark kannibalisch bekam nach ca. 20 Tagen Junge. Danach setzte ich das Männchen wieder zurück. Das Weibchen laichte nun im Rhythmus von 26-28 Tagen regelmäßig ab. Die Jungenzahl Lag zwischen 31 und 64 im Geschlechterverhältnis 50 zu 50%. Leider verstarb das Männchen plötzlich ca. 14 Tage nach dem zusammensetzen, ohne äußerlich erkennbare Anzeichen. Glück im Unglück hatte ich mit meinen weiteren angepaarten Weibchen. Alle waren befruchtet und anschließend geborenen Jungen glichen zu 90% den Koiguppy. Nur die Schwanzformen tendierten mehr zu Rundschwanz oder Triangel hin.

Inzwischen schwimmen drei Linien in unserer Anlage. Farblich sind insbesondere die Weibchen echte Knaller. Mit Artemia, Cyclops und Farbfutter von Tropical gefüttert, ist das Rot wie das gelb des Blond sehr intensiv! Ich konnte bis jetzt bei noch keinem Jungfisch wie dem alten Weibchen Hautwucherungen oder abnormale Pigmenthäufungen feststellen. Es sind sehr vitale Guppys die bis jetzt weder Flossenklemmen nach Wasserwechsel, noch andere Krankheitsanfälligkeiten aufweisen. Der Koiguppy wird eine Bereicherung der vielen schon vorhandenen Farben und Mustern bei unseren Guppys sein. Insbesondere unsere Weibchen sind ein echter Hingucker. Ich ziehe den Hut vor den Züchtern die den Mut hatten diese Farbform zu kreieren. Ähnlich wie bei den Garnelen, kann ich mir hier, auch eine Schwarze Farbform gut vorstellen. Eine Graduierung wird es selbstverständlich auch geben- alleine um den
Preis hoch zu halten. Für Ausstellungen kann dieser Farbschlag eine echte Bereicherung darstellen und neue Wege aufzeichnen.

Wie so oft, sollte man sich nicht dem geschrieben oder geposteten Wort des Internets verleiten lassen, Meinungen weiter zu geben ohne eigene Erfahrungen gesammeltzu haben.
Für mich ist der Koiguppy in Blond eine echte Bereicherung unserer Szene und Erweiterung der Farbvielfalt unseres kleinen Pfleglings des Guppys. Man wird noch viel davon hören und
sehen!
Rolf Landvogt

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